Weltnaturkonferenz: NABU fordert mehr Einsatz für den globalen Naturschutz
Bei der 17. Weltnaturkonferenz (CBD COP17) im armenischen Jerewan zieht die Weltgemeinschaft Zwischenbilanz zum globalen Schutz der biologischen Vielfalt. Knapp vier Jahre nach der Verabschiedung des Weltnaturabkommens bleiben zahlreiche Länder nach Einschätzung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) hinter ihren Zielen zurück. Auch in Deutschland stehen wertvolle Lebensräume wie Moore, artenreiche Wiesen, Auen und naturnahe Wälder unter Druck. Gleichzeitig sind weltweit immer mehr Arten vom Aussterben bedroht. Der NABU fordert deshalb von Deutschland und der Europäischen Union mehr Einsatz und finanzielle Mittel, um die vereinbarten Naturschutzziele zu erreichen.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger verweist auf die Auswirkungen von Waldbränden, Niedrigwasser und ausgetrockneten Landschaften. Intakte Ökosysteme seien eine wichtige Grundlage für das Leben und die Wirtschaft. Der Schutz der Natur könne nicht von einzelnen Staaten allein bewältigt werden. Deutschland und Europa sollten deshalb bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen vorangehen, statt bestehende Naturschutzgesetze und -programme infrage zu stellen.
Schutzgebiete wirksam erhalten und Lebensräume wiederherstellen
Wie groß der Handlungsbedarf in Deutschland ist, verdeutlicht ein Diskussionspapier der Leopoldina: Demnach befinden sich in deutschen FFH-Schutzgebieten nur sechs Prozent der untersuchten Lebensräume und vier Prozent der Arten in einem guten Zustand.
Der NABU fordert, das globale Ziel umzusetzen, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam zu schützen. Dabei komme es nicht nur auf die Ausweisung von Schutzgebieten an, sondern auch auf deren ökologische Qualität und ein wirksames Management. Besonders im Meer seien streng geschützte Rückzugsräume erforderlich. Darüber hinaus sieht der Verband in der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur eine Möglichkeit, geschädigte Wälder, Moore, Flüsse, Meere und weitere Lebensräume zu verbessern.
Jugendliche bringen ihre Perspektive ein
Auch die Naturschutzjugend im NABU (NAJU) ist mit sechs Jugenddelegierten bei der Weltnaturkonferenz vertreten. Sie setzt sich dafür ein, junge Menschen stärker in die internationalen Diskussionen zum Schutz der biologischen Vielfalt einzubeziehen.
NAJU-Jugenddelegierter Brix von Lacroix betont die Bedeutung des Naturschutzes für kommende Generationen. Zugleich gehe es um Gerechtigkeit, denn die Folgen der Naturzerstörung träfen häufig besonders Menschen, die am wenigsten dazu beitrügen. Bei den Verhandlungen müsse deshalb auch geklärt werden, wie Verantwortung fair verteilt werden könne. Die Jugenddelegierten wollen eine Verbindung zwischen den internationalen Verhandlungen und jungen Menschen in Deutschland schaffen.
Der NABU begleitet die Verhandlungen in Jerewan vor Ort. Sebastian Amler vom NABU und Brix von Lacroix von der NAJU stehen MedienvertreterInnen während der Konferenz für Presseanfragen, Interviews und Einschätzungen zur Verfügung.
Weitere Informationen: NABU – Wir über uns, NAJU und NAJUversum.
